Weiterbildung als unverzichtbarer Teil des modernen Technologietransfers

Personalqualifizierung in den Bereichen Klebtechnik und Composites am Fraunhofer IFAM

Technologietransfer als „Türöffner“ zwischen Forschung und anwendungsbezogener Nutzung
© Fraunhofer IFAM
Technologietransfer als „Türöffner“ zwischen Forschung und anwendungsbezogener Nutzung
Aufbau der Weiterbildungen am Fraunhofer IFAM: zertifizierende Kurse für die verschiedenen Anwendungsebenen im Betrieb
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Aufbau der Weiterbildungen am Fraunhofer IFAM: zertifizierende Kurse für die verschiedenen Anwendungsebenen im Betrieb

Neue Entwicklungen leben von Forschung und Entwicklung, also von der Generierung neuen Wissens. Neues Wissen ist kein Selbstzweck. Neues Wissen muss seinen Weg in die Anwendung finden, um wirtschaftlich nutzbar zu werden. Dazu muss es von der Forschung und Entwicklung in die ausführenden Betriebe in Industrie und Handwerk gelangen. Mit seinen Weiterbildungsangeboten arbeitet das Fraunhofer IFAM daran, diesen Weg zu vereinfachen. Durch Qualifizierung betrieblichen Personals und Strukturierung der Organisation betrieblicher Produktionsprozesse wird erfolgreicher und langfristig wirkender Technologietransfer erst möglich. 
 

Was ist Technologietransfer und welche Rolle spielt die Qualifizierung des betrieblichen Personals?

Zunächst stellt sich die Frage, wie Technologietransfer zu verstehen ist und welche Prozesse sich dahinter verbergen. Grundsätzlich beschreibt er eine Weitergabe von Knowhow zwischen zwei Beteiligten: Der Forschung, in welcher neues Wissen generiert wird, und der Anwendung Grundsätzlich beschreibt Technologietransfer die Weitergabe von Knowhow zwischen zwei Beteiligten: Der Forschung und Entwicklung, in welcher neues Wissen generiert wird, und der betrieblichen Anwendung, in welcher dieses neue Wissen genutzt werden soll. Zwischen beiden Bereichen - Wissensgenerierung und Wissensnutzung - gibt es jedoch keinen kausalen Zusammenhang. Dieser muss erst geschaffen werden. Für die Klebtechnik und Faserverbundtechnologie hat das Fraunhofer IFAM diese Brücke geschaffen und den Technologietransfer als eine Verknüpfung zwischen Forschung und Entwicklung und anwendungsbezogener Nutzung weiterentwickelt – sozusagen als »Türöffner«, der den Weg für neues Wissen in die Umsetzung in der Praxis ebnet.

Damit Unternehmen neues Wissen wirtschaftlich und langfristig nutzen können, müssen zwei Dinge erfüllt sein:  Sie müssen für die Umsetzung des neuen Wissens in jeweils ausreichendem Maße über dafür qualifiziertes Personal sowie über die Organisationskapazität verfügen, ihre Prozesse für die wirtschaftliche Nutzung des neu gewonnenen Wissens dann zu organisieren. Qualifiziertes Personal allein reicht nicht, wenn der Betrieb seine Prozesse nicht anpasst. Prozesse anzupassen, wenn das Personal nicht über die technologische Qualifizierung verfügt, das Wissen umzusetzen, reicht ebenfalls nicht. Das eine bedingt das andere. Dies gelingt für die Klebtechnik und Faserverbundtechnologie vor allem mit Hilfe von Normen und Regelwerken. Siehe hierzu Qualitätssicherungsnormen Klebtechnik Faserverbundkunststofftechnologie. Erst wenn beide essenzielle Instrumente des Technologietransfers – qualifiziertes Personal und Organisationskapazität –gegeben sind, kann Technologietransfer erfolgreich und nachhaltig gestaltet werden. Genau hier setzt das Fraunhofer IFAM mit seinen Weiterbildungsangeboten an.

 

Entwicklung des Weiterbildungsangebots am Fraunhofer IFAM

Bei der Weiterbildung von Mitarbeitern gibt es einige Punkte zu beachten: Das Weiterbildungssystem muss für die Betriebe interessant sein, sowohl hinsichtlich zu erwartender signifikanter Vorteile für sich im Vergleich mit anderen Wettbewerbern als auch hinsichtlich der prinzipiellen Entscheidung zur Qualifizierung. Zudem muss das System klare Alleinstellungsmerkmale aufweisen, einen auffallenden Mehrwert für die Betriebe liefern und eventuell vorhandene Regelwerke erfüllen. All diese Punkte und weitere darüber hinaus hat das Fraunhofer IFAM vor mehr als 30 Jahren beachtet, als es sein Weiterbildungsangebot im Bereich Klebtechnik (www.kleben-in-bremen.de)  und später für die Faserverbundtechnologie (www.faserverbund-in-bremen.de) entwickelte. Es entstand ein System, das hierarchie-übergreifend zertifizierende Weiterbildungen für verschiedene Anwendungsebenen im Betrieb bereitstellt: Lehrgänge für die ausführende Ebene, für die Ebene mit (An-)Leitungsfunktion und für die technische Entscheiderebene. Nur so können die Inhalte auch auf den Wissensstand, auf die Arbeitserfahrung und auf die tägliche Arbeit der Teilnehmer ausgerichtet werden. Auch die Zertifizierung nach DIN EN ISO 17024, Produktunabhängigkeit und die Anerkennung der Weiterbildung durch eine akkreditierte Personenzertifizierungsstelle sind Schlüsselmerkmale, die den Anforderungen an ein Qualifizierungssystem gerecht werden. Merkmale, die für kontinuierlich steigende Teilnehmerzahlen und erfolgreich durchgeführte Kooperationen mit Industrieunternehmen sorgen (www.weiterbildung.ifam.fraunhofer.de/de/blog/30-jahre-kleben-in-bremen.html ).

 

Wissensgenerierer = Wissensvermittler

Die Beispiele zeigen: Die strukturierte, produktneutrale, branchen- und hierarchie-übergreifende und gleichzeitig personalzertifizierende Mitarbeiterqualifizierung konnte zu einem essenziellen Instrument des Technologietransfers weiterentwickelt werden. Wissenstransfer ist Technologietransfer!

Als Forschungsinstitut ist – und bleibt - das Fraunhofer IFAM vorrangig Wissensgenerierer. Zwischen der Wissensgenerierung und der Wissensnutzung im ausführenden Betrieb steht für gewöhnlich ein externer Wissensvermittler, der selbst kein Wissen generiert, sondern dieses z.B. von externer Stelle einkauft und lediglich weitergibt. Um diesen Umweg über externe Weiterbilder, welche Inhalte nur indirekt, verlustreich und verzögert an die Betriebe weitergeben können, zu umgehen, wird durch die Weiterbildung als integralem Bestandteil der Institutsaufgaben das Fraunhofer IFAM selbst zum Wissensvermittler. Wissensgenerierung und Wissenstransfer werden auf diesem Wege optimal verknüpft und der Betrieb bekommt das neue Wissen direkt und zeitnah von Experten des Instituts – dem Ort der Wissensgenerierung.

 

Beispiel: Der Composite Engineer im Profil

Erhalten Sie hier einen Überblick über den Aufbau und die Module des Composite Engineer im Bereich Faserverbundwerkstoffe.

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