Warum wurde die DIN 35255 entwickelt und welche Lücke schließt sie in der Praxis von Unternehmen, die mit Faserverbundwerkstoffen arbeiten?
Die DIN 35255 wurde entwickelt, um Anforderungen für die qualitätsgerechte Entwicklung von Faserverbundbauteilen zu definieren und das bestehende Qualitätsmanagementsystem gemäß ISO 9001 zu ergänzen. Sie schließt die Lücke, dass Composite-Produkte nicht vollständig durch nachfolgende Prüfungen verifiziert werden können, wodurch Sicherheitsstandards oft unzureichend sind. Diese Norm fördert die Fehlervermeidung und sichert sowohl die Produkt- als auch die Prozesssicherheit über den gesamten Lebenszyklus von Faserverbundbauteilen.
Welche Herausforderungen ergeben sich typischerweise bei der Umsetzung der Norm in der betrieblichen Praxis?
Bei der Umsetzung der DIN 35255 stehen Unternehmen vor der Herausforderung, neue Anforderungen in ihre bestehenden QM-Systeme zu integrieren. Insbesondere die Schulung des Fachpersonals und die Anpassung interner Prozesse sind oft zeitintensiv. Hierbei ist es aber ein Vorteil, dass die DIN 35255 von Ihrer Struktur auf den Anforderungen der bekannten klebtechnischen Normen basiert und deshalb die Integration oft deutlich vereinfacht.
Zudem müssen Unternehmen sicherstellen, dass die neuen Standards in den Bereichen Konstruktion, Fertigungsplanung und Logistik verstanden und umgesetzt werden.
Was erwartet die Teilnehmenden im Workshop konkret und wie unterstützt das Format sie dabei, die Anforderungen der DIN 35255 im eigenen Unternehmen umzusetzen?
Im Workshop erwartet die Teilnehmenden eine praxisnahe Einführung in die DIN 35255, unterstützt durch konkrete Beispiele aus der Industrie. Die Inhalte basieren auf langjährigen Erfahrungen aus verwandten Bereichen der Betriebszertifizierungen. Die Teilnehmenden lernen, wie sie die Anforderungen der Norm in ihren Betrieb integrieren können, sowohl im Qualitätsmanagement als auch in anderen Bereichen.
Wie wird im Workshop der Transfer in den individuellen Unternehmenskontext unterstützt – etwa durch Beispiele, Übungen oder Erfahrungsaustausch?
Der Workshop bietet die optionale Möglichkeit am zweiten Tag des Workshops vertrauliche Gespräche führen zu können mit den Referenten. Teilnehmende können spezifische Fragestellungen einbringen, die dann gemeinsam besprochen werden. Zudem stehen die Referenten bei konkreten Fragen zur Betriebszertifizierung und Personalqualifikation für individuelle Gespräche zur Verfügung, um praxisnahe Lösungen zu entwickeln.
Für wen ist der Workshop besonders relevant und welche Vorkenntnisse sollten Teilnehmende mitbringen?
Der Workshop richtet sich an Fachkräfte und Entscheidungsträger in Unternehmen, die mit Faserverbundwerkstoffen arbeiten und ihre Qualitätsmanagementsysteme erweitern möchten. Teilnehmende sollten Grundkenntnisse in der Composite-Technologie sowie ein Verständnis für Qualitätsmanagement mitbringen, um die Inhalte effektiv einzuordnen und anwenden zu können.
Welche Bedeutung messen Sie der DIN 35255 und vergleichbaren Standards für die Weiterentwicklung der Branche insgesamt bei – auch im internationalen Kontext?
Die DIN 35255 hat eine zentrale Bedeutung für die Weiterentwicklung der Branche, da sie eine einheitliche Grundlage für Qualität und Sicherheit im Bereich der Faserverbundtechnologie schafft. Im internationalen Kontext stärkt die Norm die Wettbewerbsfähigkeit europäischer Unternehmen und fördert den Austausch von bewährten Verfahren. Standards wie diese sind entscheidend, um die Innovationskraft und Sicherheit in den Composite-Branchen nachhaltig zu sichern.
Mit dem Workshop schafft das Fraunhofer IFAM ein praxisnahes Format, das Unternehmen befähigt, die Anforderungen der DIN 35255 nachhaltig und sicher umzusetzen. Jetzt anmelden für den 3. März und optional 04. März 2026. Anmeldeschluss ist der 6. Februar 2026.